Transylvania

Das Wort "Transsilvanien" stammt aus dem lateinischen, so bezeichneten die Römer das Land jenseits der großen Karpatenwälder. Ab dem Jahre 895 besiedelten Ungarn im Zuge ihrer Landnahme das von den Karpaten umschlossene Gebiet und mit wenigen Unterbrechungen blieb Transsilvanien bis nach dem 1. Weltkrieg unter ungarischer Kontrolle. Deutsche Siedler, die sogenannten Siebenbürger Sachsen, kamen ab der Mitte des 12. Jahrhunderts und bildeten eine hochentwickelte Handels- und Handwerkerkultur im zentralen und südlichen Transsilvanien. Der Ostteil blieb immer rein ungarisch. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die rumänische Bevölkerung immer zahlreicher und so wurde nach dem 1. Weltkrieg Transsilvanien mit der Walachei und der Moldau zum heutigen Rumänien vereinigt.

Die Siebenbürger Sachsen prägten die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Transsilvaniens über viele Jahrhunderte, beginnend mit dem Ende des 2. Weltkriegs begann aber ein schleichender Exodus der Sachsen, der nach der Revolution 1989 kulminierte und innerhalb kürzester Zeit ganze Dörfer entleerte. Heute leben noch gut 10,000 Sachsen in Transsilvanien, die meisten davon bereits in höherem Alter. In die verlassenen Dörfer zogen vor allem Roma, die heute oft über drei Viertel der Bevölkerung dieser Dörfer ausmachen.

Über die Jahrhunderte entwickelte sich eine vielfältige und artenreiche Kulturlandschaft um die Dörfer Transsilvaniens, die Landnutzung war geprägt von Ackerbau im Talboden rund um die Dörfer, kleinparzellierten Heuwiesen und großflächigen Weiden. Mit dem Kommunismus wurde der Boden verstaatlicht, die Kleinräumigkeit damit aufgehoben und die Landwirtschaft in Kooperativen umgewandelt. Nach der Revolution wurden die Kooperativen aufgelöst, das Land wurde an die früheren Eigentümer zurückgegeben, aber die landwirtschaftliche Produktion brach fast völlig zusammen. Seither wird der Boden überwiegend zur Beweidung von Schäfern genutzt, die oft nicht ortsansässig sind, die Wiesen überweiden und oftmals die alten, schattenspendenden Obstbäume und Eichen zerstören. Trotz intensiver Förderung des ländlichen Raums durch die rumänische Regierung ist es bisher nicht gelungen, den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang dieser Gebiete aufzuhalten.